Mutterschutz oder auch „Zeit zum Nähen“

Neben dem Krümelmonster zieht hier ja bald ein Milchsauger ein. Das bedeutet zum einen, dass natürlich viel Neues genäht werden kann. (Beim Krümelmonster habe ich mit einem Stillkissen begonnen, das nie fertig gestellt wurde, und bin dann – bis auf wenige Ausnahmen – direkt übergegangen zu Größe 80. Die damals entstandenen Bodys sind teilweise leider nicht mehr zu verwenden, weil beispielsweise die Druckknöpfe nicht von bester Qualität waren. Aber auch die vielen Trocknergänge – ohne Schonprogramm – haben den Stoffen nicht so gut getan. Wobei die ersten Bodys trotz sehr häufigem Tragen, Waschen und Trocknen keinerlei Löcher oder ähnliches haben.)
Zum anderen bedeutet das natürlich, dass ich auch Zeit habe, das wirklich in Angriff zu nehmen (Stichwort „Mutterschutz“).

Zu viel wollte ich in den kleinen Größen eigentlich nicht vorbereiten – aber irgendwie… Wickeljäckchen beispielsweise sind zum Anziehen einfach doch praktischer als normale Pullover oder Longsleeves. Und um einiges teuerer. Und da es nicht unbedingt nur beim Krümelmonster und dem noch-zu-benennenden zweiten Kind bleiben soll, lohnt sich das Selbernähen ja schon fast.

Als erstes gibt es hier aber nicht die Wickeljäckchen, sondern zwei Walkoveralls zu sehen. Genäht in den Größen 50/56 und 62/68.

Mal sehen, wie lange die kleine Größe passen wird. Ich meine mich zu erinnern, dass beim Krümelmonster die meisten gekauften Teile in Größe 56 nach ca. 4 Wochen zu klein waren.

Den lindgrünen(?) Walkloden habe ich schon vor zig Jahren in einem Stoffladen gekauft. Was ich damit vorhatte… keine Ahnung. Ein Stück fehlte schon – was auch immer daraus wurde.
In meiner Waschwut, habe ich den Rest vom halben Meter Walkstoff vor ca. einem Jahr „vor“gewaschen. Geschadet hat es eigentlich nicht, der Stoff hat sich nur etwas verzogen, weil ich ihn zum Trocknen falsch aufgehängt habe.
Was die Qualität angeht, bin ich nicht ganz so sicher, ob und wie viel Anteil Polyester enthalten ist. (Kann man das dem Stoff irgendwie ansehen?)
Als Kombinationsstoff habe ich mir einen Walkstoff aus 100% Schurwolle in hellem petrol ausgesucht.

Einiges an Information zum Thema „Walk“ hat übrigens Yva R. vor ca. einem Jahr unter dem Thema „Anleitungen / Stoffkunde / Freebooks > Walk – kleine Stoffkunde“ auf ihrem Blog zusammengestellt. Sehr schön gemacht, wie ich finde. Und den passenden Stoffhändler hatte sie auch gleich parat.


Schnitt:
– Wintersuit von Kid5 (hier ziehen langsam doch so ein paar gekaufte eBooks ein – es gab aber auch eine tolle Jahresend-Aktion bei Makerist.de)

Persönliche Notizen:
– in Größe 50/56 bzw. 62/68 genäht
– was das Schnittmuster angeht: Zur Wahl standen der Wintersuit von Kid5 oder der Overall Tommi von Farbenmix. Beim Overall Tommi gefällt mir – zumindest optisch – die Zipfelmütze besser. Beim Wintersuit die Klappbündchen und der Zipper Cut. (Und natürlich der Preis während der Jahresend-Aktion von Makerist). – Was die Ärmel angeht (Raglan oder angesetzt), habe ich noch keine Meinung.
– den größeren Overall habe ich nicht gefüttert. Der Winter war mittlerweile zwar doch in voller Wucht da, aber bis Größe 62/68 passt, vergeht hoffentlich noch etwas Zeit.
– der Walkoverall in Größe 50/56 ist mit einem der Stoffe aus der letzten Überraschungstüte gefüttert.
– für den Wintersuit wird an verschiedenen Stellen ein Falzgummi (oder auch Faltgummi) eingesetzt. Habe ich zum ersten Mal genutzt. (Und eigentlich auch nur, weil ich im Internet gelesen habe, dass der Walk zwar nicht versäubert werden muss, aber eben doch mit der Zeit ausleiert. Mal sehen, ob das wirklich hilft!)
– insgesamt ist der Falzgummi zu wenig gedehnt. Sieht man an den schönen Wellen.
– festgestellt: Falzgummi und ich werden keine dicken Freunde. – Ich bekomme es einfach nicht hin, dass der Falzgummi mittig sitzt und die Naht auf beiden Seiten ungefähr den gleichen Abstand zum Rand hat. Heften funktioniert nicht richtig. Und die Naht selber schwimmt auch.
– die Bündchen bei dem gefütterten Overall sind so eingenäht, dass man die Nähte nicht sieht. Das hat auch einige Hirnverrenkungen benötigt.
– die Reißverschlußblende habe ich oben eingeschlagen – als kleinen zusätzlichen Kinnschutz. Passt beim größeren Walkoverall nicht so ganz.
– beim größeren Walkoverall habe ich bei einigen Schnittteilen nicht auf den Fadenlauf geachtet. Mal sehen, ob sich das rächt.
– eine Nahtblende (beim größeren Walkoverall) habe ich zum ersten Mal versucht. Nicht besonders gut gelungen… Liegt vielleicht auch an den vielen dicken Stoffschichten. Das Dumme ist nur, dass der Unterfaden nicht dieselbe Farbe wie das Futter hat.
– abgekuckt bei Schnabelina: Ich bin mit einem Wabenstich über einige der Nähte gegangen, damit sie schön flach sind.
– ebenfalls beim gößeren Walkoverall: Vergessen die Klappbündchen an den Beinen festzunähen. Im Nachhinein habe ich deshalb die Beine nochmals gekürzt (bei Klappbündchen ist im Schnittmuster extra eine Zugabe vorgesehen). Wenn der Walkoverall passt, werde ich wahrscheinlich noch passende Tippy Toes 2.0 oder andere Schühchen nähen.
– beim größeren Walkoverall bin ich mit dem Zipper Cut durcheinander gekommen. Eigentlich hätte ich den gerne spiegelverkehr gehabt – allerdings habe ich den Zipper Cut ohne nachzudenken vom Schnittmuster auf die falsche Seite abgepaust und beim Zusammennähen dann das Schnitteil vergessen umzudrehen. (Bei Walk können ja beide Seiten als linke bzw. rechte Seite genutzt werden.) – Insgesamt hat mich der Reißverschluß beim größeren Walkoverall fast wahnsinnig gemacht. Und am Ende hatte ich sogar ein zu kurzes Stück… (Sollte ich nochmals einen Walkoverall nähen, dann aber als „Tommi“ oder mit Druckknöpfen.)
– im Schnittmuster ist bereits eine Nahtzugabe von 0,7 cm enthalten. Finde ich persönlich ziemlich gut, denn gerade bei Rundungen ist die Nahtzugabe bei mir nie exakt gleichmäßig und das Zusammenheften dauert entsprechend länger.

Alles in allem lief ziemlich viel schief. (Was aber nicht an der Anleitung liegt.) Aber von außen sieht man den Walkoveralls glücklicherweise nicht allzu viel davon an.

Eine persönliche Bewertung zur Passform gibt es an dieser Stelle (noch) nicht. Aber evtl. gebe ich diese später in einem Rückblick ab.
Mit der Nähanleitung an sich bin ich gut zurecht gekommen. Zum gefütterten Wintersuit und zum Annähen des Reißverschlußes hätte es vielleicht etwas mehr Information sein dürfen.
Wie sich der schräge Reißverschluß und der Raglanschnitt am Kind bewähren, wird sich zeigen.
Edit: Gerade bei Caroku gesehen… die Umschlagbündchen von Pauline aka klimperklein wären natürlich noch viel besser gewesen als die Klappbündchen! Weniger Fummelei beim Nähen und zum Schließen wahrscheinlich auch viel schöner. – Das nächste Mal dann.

Dieser Beitrag enthält eine ganz persönliche Bewertung des vorgestellten Stoffes bzw. des vorgestellten Schnittmusters.
An dieser Stelle gibt es keine Produkttests oder gesponserten Beiträge. Diese wären immer offiziell gekennzeichnet.

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